Es gibt nur wenige so wertvolle und malerische Plätze wie das Karlsbader Juwel. Aus der Geschichte weiß man, dass die natürlichen und geologischen Strukturen der Region Jahrhunderte lang die thermalen Mineralquellen als Heilbrunnen galten. Das Ionenwasser ist aufgrund seiner vorbeugenden Heilung, wobei der menschliche Körper gestärkt, erfrischt und verjüngt wird, weltberühmt. Entscheidend für die Modernisierung des Kurwesens in Karlsbad waren die langfristigen Aktivitäten des Dr. David Becher (1725 – 1792), er war die erste Person, der wissenschaftliche chemische Analysen des Karlsbader Mineralwassers vorgenommen hat. Dank ihm begann man, im Jahre 1764 von den thermalen Mineralquellen Salz zu separieren, das dann in großen Mengen exportiert wurde. Dr. Becher galt als die Schlüsselautorität bei der Einführung der modernen Methoden, die bis heute unter der modernen Bezeichnung komplexe Kurbehandlung angewandt werden. Aufgrund seiner chemischen Analysen der hiesigen Wassersorten bewarb Dr. Becher das Trinken des Mineralwassers direkt an der Quelle und seine Kombination mit körperlicher Betätigung in Form von Spaziergängen während eines Behandlungsprogramms. Das Ergebnis dieser Behandlungsgrundsätze war eine schrittweise Errichtung von Laubengängen und Kolonaden, mit denen die Thermalquellen überdacht wurden, von Fußgängerwegen an den Kolonaden und von speziellen Kuranlagen. Gleichzeitig änderte sich aber auch der gesamte Charakter der Kurbehandlung. Die berühmte böhmische Kurstadt Karlsbad gilt seit Anbeginn einem beliebten gesellschaftlichen Ort für die Besucher aus der ganzen Welt. Deshalb kann die Tradition, die in den 13. Jahrhunderten während der Zeit des umsichtigen Königs Karl IV. begann, nachhaltig entwickelt wurde. Der kosmopolitische Charakter von Karlsbad und der ausgezeichnete Ruf seiner Heilquellen sollten der Stadt dazu verhelfen, auch im 21. Jahrhundert neben Prag der meistrespektierte und –besuchte Ort in Tschechien zu bleiben.